Bienenerlebniswelt-Eröffnung

02.05.13

BienenerlebnisweltIm Zusammenhang mit der Feier zum 20. Geburtstag der Waldjugendgruppe „Die Waldies“ wird am 4. Mai 2013 in Königs Wusterhausen (Land Brandenburg) eine Bienenerlebniswelt eröffnet. Diese waldpädagogische Einrichtung ermöglicht Schülern, sich per „Rollentausch“ mit Bienen als besonders sozialen Wesen zu identifizieren und dadurch ein tieferes Verständnis füreinander sowie „Nachhaltigkeits-Verstand“ zu erlangen.

Die Bienenerlebniswelt Königs Wusterhausen ist ein in Kooperation mit dem Landesbetrieb Forst Brandenburg und der Stadt Königs Wusterhausen entwickeltes Projekt des Regionalverbandes Dubrow e.V. der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald an der Europaschule J. G. Herder Königs Wusterhausen. Sie ist weltweit einzigartig.

Im Unterschied zu früheren Methoden in der Umweltbildung, wie es z.B. Führungen und Lehrpfade waren, wird in Erlebniswelten den Teilnehmern in einem speziellen Parcours ermöglicht, sich mit der Lebenswelt von heimischen Tieren, in unserem Fall der Biene, direkt zu identifizieren. Dabei legt man besonderen Wert auf das aktive Erleben und Verstehen mit allen Sinnen bzw. mit „Herz, Hand und Kopf“.

Die seit dem Jahr 2000 mit dieser neuen Waldpädagogik-Angebotsform gemachten Erfahrungen zeigen: es gelingt auf diese Weise ganz besonders gut, jungen Menschen durch „Rollentausch“ mit einem anderen Lebewesen ein tieferes Verständnis für Verantwortung sowie Nachhaltigkeit zu vermitteln und sie damit zu erziehen, langfristig und ganzheitlich zu denken. Der Grund ist: sie lernen sich auf diese Weise selbst besser kennen und können so Selbstbewusstsein, innere Ruhe, Gelassenheit und Souveränität … entwickeln. Das wiederum bewährt sich auch im Umgang mit den Mitbürgern (nur wer mit sich selbst zurecht kommt, schafft das auch mit Anderen) sowie mit „Mutter Erde“.

Als soziales Wesen eignet sich die Biene wie kein anderes Wesen für eine solchen „Perspektivenwechsel zur Selbsterkenntnis“: Das hat mehrere Gründe:

  1. Den Naturschutz-Gesichtspunkt: In den letzten Jahren gibt es immer mehr Schlagzeilen zum Aussterben der Bienen. Aber unsere Biene ist ein Anzeiger für den Erhalt der Artenvielfalt. Wissenschaftler lesen von der Gesundheit der Bienenvölker ab, wie intakt ein Ökosystem ist. Schon Einstein formulierte: „Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr.“
  2. Das soziale Vorbild: die emsigen Bienen leben in guter Eintracht miteinander. Das war und ist uns Menschen sympathisch, ein Vorbild und wird in vielen Geschichten (z.B. „Biene Maja“, „Bienenkönigin“ …) oder alten Aufzeichnungen deutlich. Die Biene gilt den Menschen allgemein als Symbol des Fleißes. Als staatenbildendes Insekt eignet sie sich außerdem zur Vermittlung von sozialen Kompetenzen, den „Wir-Tugenden:, Gerechtigkeit, Toleranz, Team- und Kritikfähigkeit …, kurz: einem guten Miteinander. Damit einhergehend gelangen die Teilnehmer an unserer Bienenerlebniswelt zu einer gesunden Wertevorstellung in Verantwortung für die Gemeinschaft.
  3. Mit dem Beschluss des Landesaktionsplanes Brandenburg zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), beschlossen im Mai 2011, wird die Forderung der Umsetzung der UN-Weltdekade 2005-2014 in BNE deutlich. In der Bienenerlebniswelt können Teilnehmer die Gestaltungskompetenzen zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in Projekten erleben, erlernen und begreifen: weltoffen und neue Perspektiven integrierend Wissen aufbauen, gemeinsam mit anderen planen und handeln, sich und andere motivieren, aktiv zu werden ...

All das kann so funktionieren:
Nachdem sich die Besucher an unserem Bienenstand generell über diese nützlichen Insekten und ihre eigene „Bienenrolle“ informierten, erfahren sie in mehreren speziell entwickelten Erlebnisstationen (Bienenpuzzle, Bienenfirma, Wabenwand, Kriechtunnel, „Flugbahn“ …) die Aufgaben einer Arbeitsbiene im Verlaufe ihres Lebenszyklus.
An einem eigens entwickelten „Kraftwerk“ erfahren Teilnehmer außerdem etwas über die Bedeutung der Biene für den Menschen und das Gesamtgefüge der Natur.
Um sich richtig wie eine Biene zu fühlen und die Welt mit Bienen-Sinnen erleben zu können, erhalten die Teilnehmer eine Prismabrille, Flügel, Fühler sowie einen Pollensammelbehälter mit Klettverschluss für das „Sammelbein“. Hiermit können sie sich in der Tanzsprache versuchen, dem Kommunikationssystem der Bienen, und das Sammeln von Pollen üben. Bei der Station „Düfte und Geräusche“ lernen die Teilnehmer weitere Sinneseindrücke der Bienen kennen.
Im „Bienenerlebnisraum“ kann dann jeder an tollen Modellen und Präparaten den Bau der Bienen genauer untersuchen.

Anschließend können alle für den Schutz der heimischen Wildbienen in ihrem Wohnbereich aktiv werden und ein kleines „Wildbienenhotel“ als Andenken bauen.

Das vorhandene Programm ist für alle Altersstufen entwickelbar.

Mehr zur Bienenerlebniswelt erfahren Sie hier.

Projektleiterin: Britta Herter
E-Mail: sdw-dubrow@gmx.de