Jugendwaldheim Obereimer besucht Waldsolarheim Eberswalde

Waldsolarheim EberswaldeBrandenburgischer Kommentar zum Bericht: Es ist bei uns seit 1995 Tradition, im Rahmen der Waldpädagogik-Fortbildungen auch Erfahrungs- und Informationsaustausche mit Partnern aus anderen Bundesländern sowie dem Ausland durchzuführen; rund zwei Dutzend solcher „Macher-Treffen“ gab es seither. Das war gut, denn Erfahrungsaustausch ist ja bekanntlich die beste und zugleich billigste Investition.Besonders enge Verbindungen bauten die Brandenburger dabei nach Österreich und natürlich zum „Partnerbundesland“ Nordrhein-Westfalen auf.

Am 1. November 2011 um 6.00 h startete das Team des Jugendwaldheims (JWH) Obereimer / NRW zum Besuch des Waldsolarheims Eberwalde (WSH)/ Bbg. Bei herrlichem Herbstwetter und einem intensiv leuchtenden Buchenwald wurden wir am Mittag im WSH vom Leiter Thomas Simon empfangen und herzlich willkommen geheißen

Nach einem stärkenden Mittagessen stellte Veit Brucker bei einem Rundgang das 2005 eröffnete WSH vor. Beeindruckend war die gelungene architektonische Konstruktion des Gebäudes aus Holz und Glas sowie das Engagement der Mitglieder des Fördervereins, die das Ziel der Vermittlung einer nachhaltigen Nutzung unserer Naturgüter (Schwerpunkte: Holz und Sonne) an jungen Menschen mit Engagement verwirklicht hat.

Nach der Vorstellung des WSH ging es unter Begleitung von Lothar Krüger in das Gebäude E.I.C.H.E (Eberswalder –Information – Centrum – Holz - Energie). Wie im I.D.E.E.–Zentrum in Olsberg soll hier an interessierte Besucher und Firmen die
Vorzüge der energetischen Nutzung von Holz und sonstiger regenerativen Energie vermittelt werden. Vor kurzem sind Fördergelder bewilligt worden, sodass nunmehr bis zum Jahre 2013 ein modernes Ausstellungszentrum in Form eines Kiefernzapfens errichtet wird.

Im Anschluss erfolgte ein Besuch des Landeskompetenzzentrums Forst Eberwalde. Prof. Höppner nahm sich die Zeit, Aufgaben und Ziele des LFE vorzustellen. Insbesondere am Beispiel der Wildforschung ( aktuelles Thema sind im Moment die Grünbrücken über Autobahnen ) konnten interessante Einblicke und Beobachtungen vorgestellt werden ( Videoaufnahme eines wandernden Wolfes).
Der erste Tag klang mit der Übergabe des Gastgeschenkes, eines von unserem Motorsägenkünstler S. Engineer erstellten Eichelhähers, aus.

Der zweite Tag begann mit dem Besuch des neu errichten Gebäudes der Kreisverwaltung Barnim. Hier wurde von Frau Berger kompetent die Entstehung des Gebäudes unter den Vorgaben einer effektiven Energiebilanz, architektonischer Einbindung in die bestehende Bausubstanz der Stadt Eberwalde sowie den Ansprüchen der Mitarbeiter und Besucher vorgestellt. Ein weiteres „Highlight“ in diesem Gebäude sind die Kunstwerke von P. Wunderlich, der als gebürtiger Eberswalder viele Originale im Kreishaus der Öffentlichkeit zugänglich macht.

Am Nachmittag ging es dann raus in das Biosphärenreservat „ Schorfheide“. Herr Sülzenbrück von der Waldschule „Schorfheide“ in Groß Schönebeck erklärte an Hand des Wildtieres „Rotwild“, wie unter pädagogischen Aspekten diese Tierart Stadtkindern aus Berlin spielerisch näher gebracht werden kann. Auf dem gleichen Gelände ist die Ausstellung „Jagd und Macht“ angesiedelt, die von der
Kaiserzeit über das 3. Reich bis hinzu den Massenabschüssen durch Mitglieder der Führung der DDR die maßlosen Ansprüche an die Trophäenjagd / Jagd der Machtmenschen als Zeitvertreib darstellt. Hier wird eindruckvoll erläutert, dass dies nichts mit der Jagd als sinnvolle nachhaltige Nutzung von Naturgütern zu vergleichen ist.

Bei der anschließenden Fahrt durch die Schorfheide konnten sich die Teilnehmer unter sachkundiger Erläuterung von T. Simon die Relikte des Monumentalbaues „Karinhall“ aus der Zeit von H. Göring ansehen. Auch hier wurden wieder die maßlosen Ansprüche eines einzelnen Menschen deutlich, die zu Lasten der Bevölkerung durchgesetzt wurden.

Der dritte Tag begann mit dem Besuch der Klosteranlage Chorin, in der auch das Lehrforstamt Chorin untergebracht ist. Kollege Ückermann als derzeitiger Leiter des Lehrforstamtes stellte den gelungen Umbau des Forstamtes vor. Historische Bauelemente und Wanddarstellungen sind mit den modernen Ansprüchen an eine Arbeitsstätte in gelungener Weise kombiniert worden. Es bleibt zu hoffen, dass ständige Umorganisationen nicht das Engagement der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen beeinträchtigen.

Anschließend stellte uns der Forstkollege Düsser die historische Entwicklung der Klosteranlage Chorin mit ihren vielen Beeinflussungen aus den verschiedenen Epochen kompetent vor.

Nach Besichtigung des Schiffshebewerkes Niederfinow sowie des Gästehauses des Landesbetriebes Forst Brandenburg, im leuchtenden Herbstwald am Nonnenfließ gelegen, ging es am Nachmittag wieder Richtung Arnsberg.

Das Team vom JWH Obereimer bedankt sich sehr herzlich besonders bei Thomas Simon und Lothar Krüger sowie dem Team des WSH für diese eindruckvollen Tage.

Es bleibt festzustellen, dass Eberswalde mit seinen vielen forstlichen Einrichtungen und seiner attraktiven Umgebung immer wieder ein lohnendes Ziel für forstliche Exkursionen ist.

Das Team des JWH Obereimer
Tel. 02931-7866-221