Bienenwald für den Bundespräsidenten

Kürzlich fuhren die Mitglieder der Königs Wusterhausener Waldjugendgruppe „Die Waldies“ zu einem besonderen Höhepunkt des Waldjahres 2011 ins Kloster Chorin (Ostbrandenburg), um dort ihr neuestes Projekt „Im Bienenwald“ vorzustellen: Ein von 250 Grundschülern aus 9 Berliner und Brandenburger Schulen gestalteter Aktionstag „Abenteuer Wald“ wurde vom deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff und weiteren Ehrengästen besucht.

(Foto: Der deutsche Bundespräsident sieht die Welt mit „Bienenaugen“)

Unser „Bienenwald“ - eine Bienenerlebniswelt

Was hat es eigentlich mit dem Projekt „Im Bienenwald“ auf sich?
Zunächst: Der „Bienenwald“ ist ein erster und schon recht gelungener Ansatz für ein größeres bienenorientiertes Walderlebniswelt-Vorhaben. Walderlebniswelten gelten zu Recht als Erfolgsprodukte der brandenburgischen Waldpädagogik. Es sind fachlich betreute, mit speziellen Naturlehrmittel ausgestattete Parcours, in welchen den Besuchern (vor allem Kindern) ermöglicht wird, sich mit liebenswerten Waldbewohnern zu identifizieren und dadurch nicht nur ein tiefes Verständnis für Wald und Forstwirtschaft zu entwickeln, sondern dabei auch sich selbst sowie seine „Mitmacher“ besser kennen zu lernen und auf diese Weise Seelenfrieden und Nächstenliebe zu entwickeln.

Vor einigen Jahren wurde auch am Königs Wusterhausener Schularboretum, dem Sitz der Waldjugendgruppe „Die Waldies“, beschlossen, selbst einmal eine solche Walderlebniswelt zu errichten. Der Plan dazu „steht“, vieles ist schon geschafft worden, diverse Naturlehrmittel wurden (u.a. von den Bestenseer „Fuchslehrmittel“-Experten) entwickelt ...
Es ist dies ein Projekt des Regionalverbandes Dubrow e.V. der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) an der Europaschule Johann-Gottfried-Herder und wird in enger Kooperation mit dem Landesbetrieb Forst Brandenburg verwirklicht.

Warum aber soll es dies nun unbedingt eine Bienenerlebniswelt werden?
Zum einen gelten Bienen uns Menschen als nützlicher Honigspender, sind Vorbilder und Sympathieträger. Sie ermöglichen Wertevermittlung von „Wir-Tugenden“, stehen für gutes Miteinander in einer Gesellschaft ...
Wichtig ist jedoch auch der Aspekt der Erhaltung der Artenvielfalt auf unserem Globus: die Wertschätzung der Biene als Schlüssellebewesen geht der Bevölkerung zusehends verloren. Das ist tragisch, denn Einstein dürfte Recht haben, als er einmal sagte: „Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr.“

Unser Choriner Bienenwald-Auftritt vor dem Bundespräsidenten

So fuhren wir denn am frühen Morgen des 17.08.2011 zu dritt zum Aufbau unseres Parcours „Im Bienenwald“ nach Chorin - mit „an Bord“ war auch Beate Radestock vom Haus des Waldes / Landesbetrieb Forst Brandenburg, unserem Kooperationspartner. Wir waren mächtig stolz darauf, an diesem Tage eine von insgesamt 9 Walderlebens-Einrichtungen aus Berlin und Brandenburg präsentieren zu dürfen. In den folgenden 3 Stunden wurde die Präsentation aufgebaut. Dann kamen auch die „Waldies“ mit weiteren Schülern der Herder-Europaschule Königs Wusterhausen dazu.

Mit neuen T-Shirts schick eingekleidet begannen sie ihre bienenorientierten Walderlebnispunkte in Betrieb zu nehmen und luden ihre Schulkameraden ein, diese zu besuchen. Alle waren dann bienenfleißig bei der Sache. Besondere Freude machte die Station „Biene erleben“. Hier konnten die Schüler selbst zur Biene werden und durch einen Kriechtunnel gehen, danach Flügel, Fühler und Facettenbrille aufsetzen und in einem eigens für Menschenbeine hergestellten Sammelbehälter überdimensionalen Pollen sammeln. Selbst die Teilnehmer aus den 9.Klassen hatten viel Freude daran. Bei den Stationen „Bau“, „Kommunikation“, „Honig“ und „Wildbienen“ mussten alle ihr Wissen unter Beweis stellen. Die Besten bekamen kleine Preise, jedoch ging keiner leer aus, und alle freuten sich über den hohen Punktestand.

Nach drei Stunden gab es dann endlich etwas zu essen. Inzwischen warteten vier „Waldies“ samt Leiterin Britta Herter beim Präsentationstand „Im Bienenwald“ im Kreuzgang des Klosters auf den Bundespräsidenten, seine Frau Bettina und die anderen Ehrengäste. Endlich kam er, begleitet von einem großen Journalistenpulk, zu uns. Mit viel Freude und Interesse folgte der Präsident in der Folge unseren Erzählungen. Bereitwillig setzte er sich die Facettenbrille auf, die ihn wie eine Biene sehen ließ.
„Ich muss Ihnen sagen - Ihnen entgeht etwas“, sprach er die Fotografen an. „Ein irres Bild!“

Auch die von Britta Herter vorgestellten tollen Bienenmodelle faszinierten und stießen auf großes Interesse.
Am Kriechtunnel, der von einem Mitglied der „Waldies“ erläutert wurde, sagte der Bundespräsident allerdings: „Hier krieche ich aber jetzt nicht durch...“ Die Folge war schallendes Gelächter im Kreuzgang ...

Zum Schluss übergaben die „Waldies“ dem Bundespräsidenten Christian Wulff, seiner Frau Bettina, dem Brandenburger Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD) und dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, Peter Bleser (CDU), je ein Glas Honig aus eigener Produktion.

Wir sind stolz darauf, an einem solchen Tag dabei gewesen zu sein, und werden dies Ereignis in guter Erinnerung behalten.
Ein Dankeschön an alle, die bei der Vorbereitung und Durchführung geholfen haben!

Britta Herter,
Fon 033764-20539

Fotodokumentation zum 17.8.11 (PDF)