Bald will der Lenz uns grüßen! -
Waldpädagogisches Nisthilfen-Basteln im Vogelfrühling

Bald will der Lenz uns grüßen, von Mittag weht es lau …
- so wie es ein altes Reigenlied beschreibt, bricht sich nun der Frühling mit Wucht Bahn, und wird von uns allen nach dem langen harten Winter umso schöner empfunden. Deutschlands Forstleute und ihre Partner jedenfalls haben schon auf Frühling „umgeschaltet“, wenn sie dieser Tage zum waldpädagogischen Basteln und Werken bitten und zum Beispiel den Nisthilfen-Bau anbieten.

Wer derzeit früh morgens hinaus ins Freie tritt, hört es am lauten „Pinken“ der Meisen, dem „Schnalzen“ der Stare …: die Vögel kommen „in Gang“. Sie reagieren damit auf die merklich länger werdenden Tage. Einige - wie Kolkrabe, Uhu, Waldkauz … - balzen auch schon heftig umeinander.

Der Frühling ist die Hauptbrutzeit unserer heimischen „Piepmätze“. Leider gehen nur allzu oft natürliche Brutplätze verloren; zum Beispiel dadurch, dass alte Bäume verschwinden (derzeit ganz besonders durch Verkehrssicherungsmaßnahmen, von denen wir fast täglich in der Zeitung lesen können) - und mit ihnen auch die natürlichen Höhlen als Nistgelegenheiten für Höhlenbrüter.
Es ist deshalb Konsens: Der Bau und die Aufstellung von Nistkästen und weiterer Nisthilfen bietet die Möglichkeit, konkret und direkt vor Ort etwas für den Schutz und die Arterhaltung der einheimischen Tierwelt zu tun. Außerdem ist ein besetzter Nistkasten eine Attraktion und beschert uns viele interessante und lehrreiche Stunden.

Was bringen uns nun eigentlich die Nistkästen in Wald, Garten oder Park wirklich?

Wir sollten wissen: Vom Standpunkt „biologische Vielfalt“ sind sie nicht unproblematisch, denn gefährdet und rückläufig sind nicht in erster Linie höhlen-, sondern freibrütende Arten. Je mehr nun letztere aus unserer „aufgeräumten“ Landschaft und unseren „sauberen“ Gärten oder gepflegten Parks verdrängt werden, desto eher kann es sein, das sie z.B. von den anpassungsfähigen Meisen (und damit der „Hauptzielgruppe“ beim Nistkastenbau) in ihren Lebensräumen zusätzlich bedrängt werden.
Der beste Vogelschutz ist also immer eine reich strukturierte Offenlandschaft, ein naturnaher Wald, ein „Bio-Garten“, ein tierartengerecht gestaltetes Haus ...

Wer jedoch dort zusätzliche Nisthilfen anbringen oder dies tun will, weil sein potenzielles Vogelrevier noch „naturentfremdet“ ist, sollte dann immer möglichst viele Arten berücksichtigen – bei den Höhlenbrütern z.B. Kleiber, Kohlmeise, Blaumeise, die Sperlingsarten (mancherorts schon selten geworden!) Star, Hausrotschwanz, Bachstelze …

Grundsätzlich sollten die Nistkästen immer aus unbehandelten sowie ungehobelten Brettern hergestellt werden - die bekommt man beim Sägewerk, Schreiner …

Und: führen Sie ihre Vogelhilfsaktion immer gemeinsam mit Ihren Kindern durch. So lernen Ihre Sprößlinge Verantwortung zu tragen, werden zu einem sorgsamen Umgang mit der Natur angehalten und können an selbst gebauten sowie angebrachten Kästen unvergessliche Beobachtungen machen.

Übrigens: