Wetter, Klima, Waldpädagogik …

Der 23. März gilt als internationaler Tag der Meteorologie und wird auch Weltwettertag genannt. Was aber hat das mit dem Wald und der Waldpädagogik zu tun?

Als Atmosphärenwissenschaft konzentriert sich die Meteorologie auf die Dynamik der Erdatmosphäre und das dadurch hervorgerufene Wetter. Ihr Teilgebiet Klimatologie ist ein wichtiges und uns allen durch politischen und medialen Gebrauch unter den Stichworten „Klimawandel“ oder gar „Klimakatastrophe“ in den letzten Jahren sehr bekannt geworden.

Unser Wald ist im Rahmen seiner vielfältigen Wohlfahrtswirkungen auch „Klimaschützer“! Warum ist das so? Der Wald hat eine positive Wirkung auf das Klima der Erde insgesamt, denn: die Waldbäume entziehen der Atmosphäre das „Treibhausgas“ CO2, indem sie den Kohlenstoff in ihre Substanz einbauen. Dies führt zum Holzzuwachs des Baumes. Wenn ein Baum stirbt, wird dieser Kohlenstoff beim Abbau des Holzes als CO2 wieder frei. Dieser Vorgang ist an sich klimaneutral - die CO2-Bilanz ausgeglichen. Das gilt grundsätzlich auch für das Verbrennen von Holz. Wird Holz in Häusern, Brücken oder Möbeln jedoch verbaut, wird das „eingebaute“ CO2 für Jahre, Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte aus dem Kreislauf entfernt. Insgesamt wirken Wälder also bremsend auf die Klimaerwärmung, und Bauen mit Holz klimaschützend!

Der Wald ist darüber hinaus aber auch „Klimaarchiv“. Denn: Jeder Baum bildet Jahrringe. Sie entstehen durch den jährlichen Zuwachs des Stammes - die Anzahl gibt also über das Alter eines Baumes Auskunft. Einzelne besonders breite Jahrringe deuten darauf hin, dass die Bedingungen in diesem Jahr besonders gut waren, ein schmaler Jahrring wird durch ein trockenes oder kaltes Jahr hervorgerufen. Die unterschiedlichen Jahrringe macht sich die Dendrochronologie zu Nutze. Sie ermöglicht, Jahrringkalender zusammenzusetzen, mit denen zum einen hölzerne Objekte sehr genau datiert werden - zum anderen lassen sich wichtige Aussagen über das Klima und seine Veränderung treffen – und zum Wohle aller langfristig planen.

Man kann die wohltuend-entspannend-regenerierende Klima-Wetter-Wirkung des Waldes übrigens ganz einfach einmal an sich selbst testen – beim nächsten Waldspaziergang! Dabei ist festzustellen: meist verändert der Wald die Wettererscheinungen des Freilandes zu unserem Vorteil. Das kommt daher: An sonnig-heißen Tagen ist man im dichten Wald bis zu 90% weniger der prallen Sonne ausgesetzt; es ist hier über 5 Grad kühler als auf offener Fläche. Der grüne Halbschatten wirkt optimal auf das Wohlbefinden. Jetzt im Frühling wiederum (und auch im Hebst) verzögert sich die abendliche Abkühlung - es bleibt nachts milder und wird über Mittag nicht so warm. Im Winter wiederum werden Wind und Sturm im Gehölz stark abgebremst – man empfindet es auf diese Weise weniger kalt. Tagsüber bietet uns die Waldluft besonders während der belaubten Jahreszeit viel mehr Sauerstoff. Hier gibt es außerdem reinere Luft - Stäube und Schadstoffe werden in den Kronen gefiltert, freigesetzte „Duftstoffe“, wie Harze und ätherische Öle wirken tagsüber stimulierend. So ist Waldklima zugleich Heilklima für Atemwege, Allergien oder Neurodermitis.

Wenn Sie „Doktor Wald“, den „Klimaschützer“ gar forstfachlich fachlich betreut konsultieren wollen: geführte Wanderungen in ganz Deutschland finden Sie hier: www.treffpunkt-wald.de

Übrigens:
angesichts der Faszination, die die alltäglichen Wettererscheinungen auf uns alle ausüben, und der politischen Bedeutung des Themas Klima ist es nicht von ungefähr, dass das Wetter/Klima zu den beliebtesten Themen der Waldpädagogik zählen! Hier ergeben sich viel Darstellungs-Möglichkeiten durch den „Waldprofi“ - bei Waldprojekttagen und Jugendwaldeinsätzen mit Schülern der Sekundarstufe I und II, in der Schulwaldarbeit, als Waldtheater-Thema für Grundschüler, zu Waldjugendspielen oder Waldrallyes, in Waldlehrgärten und anderen „Grünen Lernorten“, bei Försterwanderungen …

Kontakt:
Klaus Radestock
Telefon: 03 37 63-6 44 44