„Wir küssen den Frosch wach“
Waldpädagogische Lurch-Fahndung im Frühlingswald

Derzeit finden unter dem Motto „Die Natur erwacht“ allerorts geführte Frühlingswald-Wanderungen statt –interessante und spannende Wald-ist-Vielfalt-Beiträge im Jahr der Biodiversität 2010. Viele der waldpädagogisch tätigen Forstleute fahnden bei dieser Gelegenheit mit ihren Waldbesuchern auch nach den Lurchen, die aus ihrer Winterstarre zurück ins Leben gekehrt sind und sich nun um ihre Vermehrung kümmern müssen.

Sie führen uns mit den Amphibien, wie diese Tiere auch genannt werden, Waldbewohner vor, die gerade eine monatelange winterliche Kältestarre überstanden haben. Denn: als die Temperatur im Vorjahr unter ein toleriertes Minimum fiel, wurden bei diesen Geschöpfen alle Lebensvorgänge annähernd auf Null zurückgefahren. Die Körpertemperatur passte sich dabei der Außentemperatur an; Glucose verhinderte ein tödliches Einfrieren der Körperflüssigkeiten. Herzschlag pro Minute und Atemfrequenz waren sehr gering. Nahrung brauchte während der Starre nicht aufgenommen werden: die betroffenen Tiere hatten sich vorher im Herbst eine „Speckschicht“ angefressen.

Nun aber ist diese winterliche Erstarrung überstanden. Mit höher steigender Sonne und deutlich wärmer werdenden Temperaturen (derzeit zweistelligen Plusgraden) haben viele dieser Amphibienarten jetzt „Hoch-Zeit“: bisher noch gespannt in den „Startlöchern“ hockend, beginnen Erdkröte, Kreuzkröte, Knoblauchkröte, Grasfrosch, Moorfrosch & Co. nun plötzlich los zu marschieren – die Laichgewässer und Vermehrung ihrer Art fest im Blick.

Übrigens:

  • Nachdem diese Tiere so lange warten mussten und nun voller Hoffung sind, wollen wir sie jetzt nicht enttäuschen: Auto- und Radfahrer – nehmt Rücksicht auf wandernde Lurche! Bürger – akzeptiert die von den Naturschützern allerorts aufgestellten „Kröten(rettungs)folien“!
  • Weitere geführte Wanderungen durch den Frühlingswald finden Sie hier: www.treffpunkt-wald.de

Kontakt:
Klaus Radestock
Telefon: 03 37 63-6 44 44