BNE in der Waldpädagogik

BNE„Wald“ gehört zu den häufigsten Themen außerschulischer Lernorte und ist zur anschaulichen Vermittlung von komplexen Zusammenhängen der Nachhaltigkeit besonders geeignet.
Die Landesforstverwaltungen Hessen und Brandenburg sowie Biologiedidaktiker der Universität Freiburg und Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg haben 2008 ein besonderes Projekt zur Verankerung der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in der Waldpädagogik gestartet und über zwei Jahre durchgeführt.
Der nun in Form eines Buches vorliegende, von Förstern, Pädagogen und Wissenschaftlern entwickelte Ergebnisbericht zeigt unterschiedliche Wege dafür auf.

Projektziel

Von der UNESCO wurde für die Jahre 2005 bis 2014 eine UN-Dekade ins Leben gerufen, in der die Verankerung des Nachhaltigkeits-Themas in der gesamten Bildungsarbeit und damit auch und besonders in allen schulischen Rahmenlehrplänen sowie an „Grünen Lernorten“ angeregt wird.
Im oben genannten Projekt ging es folgerichtig um die Entwicklung von BNE-fähigen Bildungsangeboten auch für die Waldpädagogik.

In 10 Modulen wurden an vorliegenden Rahmenlehrplänen angelehnte Vorschläge für außerschulische Lehrprogramme unterbreitet.
Nach erfolgter Entwicklung wurden sie mehrfach erprobt und dokumentiert, fachlich korrekt ausgearbeitet und methodisch-didaktisch aufbereitet. Besonderes Augenmerk galt der Konzipierung von BNE-Projekten für Schüler im Sekundarbereich I (Mittelschüler), die in den bisherigen waldpädagogischen Programmen nur wenig angesprochen werden.

Projektablauf

In einer dreiphasigen Workshop-Reihe mit insgesamt neun Work­shops trafen sich 40 Teilnehmer (30 Förster aus Hessen, 9 Förster und ein Lehrer aus Brandenburg sowie die Projektleiter Professor Dr. Armin Lude / Ludwigsburg und Dr. Beate Kohler / Freiburg).

In der ersten Phase wurden die Teilneh­mer zu Inhalten und Methoden von BNE geschult. BNE-Experten aus den Bereichen Ökonomie, Ökologie und Soziales ermöglichten den Teilneh­mern Einblicke in die BNE-Ansätze der anderen Fachgebiete.

In der zweiten Projektphase entwickelten und erprobten die Teilnehmer in Teams die vorgesehenen BNE-Module. Ex­perten aus den Bereichen waldbezogene Umweltbildung und naturwissenschaft­liche Fachdidaktik wirkten dabei unterstützend mit.
Es waren dies im Einzelnen:

  • „Unser Wald erzählt ...“ (Ein Theaterstück zur Geschichte des Waldes)
  • „Werdende Wildnis“ (Kommt der Wolf in unseren Wald zurück?)
  • „Das Netz des Lebens“ (Wie Lebewesen miteinander zusammenhängen)
  • „Steinzeitcamp“ (Holz als Begleiter der Menschheit)
  • „Holzenergie“ (Wärme aus dem Wald)
  • „Waldboden und Wasser“ (Steter Tropfen aus dem Wald)
  • „Schweinerei im Garten“ (Die Jagd – Relikt oder Ressourcennutzung?)
  • „Eiche ... gestern, heute, morgen“ (Veranstaltungsreihe zur Waldnutzung)
  • „Landschaft ... machen wir“ (Veranstaltungsreihe zur Waldnutzung)
  • „Und fand darin ... Zeit“ (Veranstaltungsreihe zur Waldnutzung)

Mit der Aufbereitung der ent­wickelten BNE-Module beschäftigte sich die dritte Phase.

Ergebnis

Am 10. September 2010 fand in Hohenroda (Hessen) die Abschlusstagung „Nachhaltigkeit erleben in Wald und Schule“ statt. Sie wurde vom Institut für Forst- und Umweltpolitik der Universität Freiburg organisiert.
Auf der Konferenz sprachen u.a. Experten wie Prof. Dr. Gerhard de Haan (Vorsitzender des Nationalkomitees die UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“) und Dr. Alexander Bittner (Deutsche Bundesstiftung Umwelt) zu Rahmenbedingungen und Innovationen der BNE.

Von den Projektleitern Dr. Beate Kohler (Institut für Forst und Umweltpolitik, Universität Freiburg) und Prof. Dr. Armin Lude (Fachbereich Naturwissenschaften und Technik, Pädagogische Hochschule Ludwigsburg) wurde das Projekt und dessen unmittelbares Ergebnis, das Buch „Nachhaltigkeit erleben - Praxisentwürfe für die Bildungsarbeit in Wald und Schule“, vorgestellt. Das informative Werk richtet sich an Lehrer, Förster, andere waldpädagogisch Tätige und darüber hinaus an alle Menschen, die sich für dieses Thema interessieren.
Ihm ist eine CD beigefügt, die ausführliche Materialien zu den Praxisentwürfen enthält.

In den anschließenden Workshops konnten sich die Teilnehmer zu ausgewählten Modulen aus dem Buch Vorträge anhören und mit verschiedenen Experten über Inhalte und Methoden diskutieren.
In der anschließenden Podiumsdiskussion mit hessischen und brandenburgischen Förstern und Mitarbeitern der Bildungsministerien gab es Einblicke in die Zukunft von BNE in der Waldpädagogik.

Möge es in der Folgezeit gelingen, in Deutschland und vielleicht sogar ganz Europa die sorgfältig ausgearbeiteten Module des Projekts als Vorbilder und Muster für die weitere und notwendige Entwicklung BNE-orientierter schulinterner sowie waldpädagogischer Programme zu nutzen!

Britta Herter
Telefon 033764-20539