Ein hölzernes „Tagebuch vom Wald“

Schüler mit WaldbuchEnde der 1990-er wurde an der Waldschule „Am Rogge-Busch“ das Projekt „Waldbuch Grünli“ gestartet. Es war von Beginn an als Alternativ-Mittel gegen die damals beginnende (und heute galoppierende) „Virtualisierung“ der Lebenswelten des Menschen gedacht, die man zu gut deutsch auch „Verunwirklichung“ nennen könnte. Dieser Tage nun dieses „hölzerne Naturlehrmittel“ in 3. Auflage als „Wald-Lehrbuch für die Grundschule“.

Die brandenburgische Waldpädagogik setzt von jeher auf den Einsatz von Naturlehrmitteln. Das „Waldbuch Grünli“, ein Kooperationsprojekt der Müllroser Waldschule „Am Rogge-Busch“ (Landesbetrieb Forst Brandenburg), des Arbeitskreises Wald & Bildung der brandenburgischen Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und der Sparkasse Oder-Spree, ist eines der erfolgreichsten märkischen waldpädagogischen Lehr- und Lernmittel. Folgerichtig wurde es am Weltumwelttag 2010 als „bestes brandenburgisches Naturlehrmittel des Jahres“ ausgezeichnet.

Entwickelt und getestet wurde die originelle Lektüre in den 1990-ern vom Müllroser Forstwirtschaftmeister Roland Boljahn im Zusammenwirken mit FÖJ-Mitarbeiterinnen. Seit fast 12 Jahren können nunmehr Erstklässler in seiner Waldschule mit diesem Buch, dessen Deckel aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz besteht, ausgestattet werden. Inzwischen gibt es vier weitere waldpädagogische Einrichtungen in drei deutschen Bundesländern, wo „Grünli“ (und damit auch die Müllroser „Waldschul-Philosophie“) gezielt und mit wachsendem Erfolg zum Einsatz kommt. Viele dieser Holz-Bücher sind derzeit auch als Anschauungsmaterial in Deutschland und einigen anderen europäischen Ländern unterwegs.

Das Waldbuch dient den jungen Waldbesuchern inzwischen mehr und mehr auch als „Tagebuch vom Wald“;
hier kommt all das hinein, was Grundschulkinder in den Waldschulen lernen und erleben. Schon vom Äußeren her ist es dank seines hölzernen Einbandes ein ganz ungewöhnliches Lehrmittel. Sein geheimnisvoller puzzeliger „Zauberverschluss“ - Harry Potter lässt grüßen - ermöglicht den kleinen Besitzern, ganz allein zu bestimmen, wer außer ihnen selbst einen Blick hineinwerfen darf. Manche Eltern sind schon an dieser Aufgabe gescheitert.

Wünschen wir dem faszinierenden Müllroser Waldbuch, es möge ihm gelingen, junge Menschen, die es in den Händen halten, ein wenig aus der Welt des schönen, aber hohlen, multimedialen „Scheins“ zurück zum realen verantwortungsvollen „Sein“ zu führen.
Vielleicht kann auf diese Weise auch etwas gegen einen bedrückenden Zwiespalt unser Zeit getan werden, den der Zukunftsforscher Alvin Tofler einmal so formulierte: „Wir ertrinken in Informationen und dürsten nach Wissen.“

Wer mehr über die neue Waldbuch-Auflage erfahren möchte, informiere sich hier oder kontaktiere:
Roland Boljahn, Waldschule „Am Rogge-Busch“, Hohenwalder Weg 33, 15299 Müllrose, Fon 033606-49 62


Klaus Radestock,
Fon 033763-64444