Eichhörnchen-Aktionstag
… am Tag des Waldes im Jahr der biologischen Vielfalt

Blankenfelde – Revierförster Thomas Vollmar vom Landesbetrieb Forst Brandenburg führt anlässlich des diesjährigen Tages des Waldes einen Aktionstag zum Thema „Eichhörnchen“ durch.

Auf Einladung des Waldhauses Blankenfelde, Projekt des Landschaftspflegevereins Mittelbrandenburg, wird am 21.03.10 in der Welt des Eichhörnchens geklettert, gehangelt, balanciert und gewippt. Dabei sollen die Besucher nicht nur Näheres über diesen langschwänzigen putzigen Nager und seine Wald-Partner erfahren, sondern sich mit (fast) allen Sinnen sogar einmal selbst seine Lage begeben können.
Im Anschluss geht es für die „Eichhörnchen-Anwärter“ darum, das „Eichhörnchen-Chaos“ zu lösen.

In Jahr der biologischen Vielfalt 2010 gilt es bei dieser Gelegenheit natürlich auch, mehr über die wichtige Rolle des Rotschopfs für die Mannigfaltigkeit des märkischen Waldes herauszufinden. Da ist zum Beispiel seine Funktion als unverzichtbarer „Eichelbote“ (auch) in den brandenburgischen Kiefernwäldern. Wie das?

Für den vergangenen Winter hatte sich das Eichhörnchen in selbstgegrabenen Löchern, unter Steinen oder in Baumspalten zahlreiche Vorräte angelegt – je länger und härter der Winter, umso mehr „Speisekammer“. Da aber ein großer Teil der Samen vergessen wird und in der Erde liegen bleibt, beteiligt sich der „Turner des Waldes“ ungewollt an der Verbreitung vieler Baum- und Straucharten – vor allem der Eichenarten, die ihm ja auch zu seinem deutschen Namen verhalfen.

Natürlich hat der Nager am Verzehr der Früchte, und keineswegs an deren Aussaat Interesse. Daher gibt es alljährlich ein stilles Duell zwischen Eiche und Eichhörnchen: Die eine möchte so viele heruntergefallene oder „eichhornversteckte“ Eicheln wie möglich zum Keimen bringen, das andere möglichst viele (wieder)finden und fressen. Zwei Pluspunkte für die Eiche: Mutter Natur hat unserem quirligen Rotpelz ein ziemlich mieses Gedächtnis mit auf den Weg gegeben. Dazu vermag die Eiche, ihre Früchte in Mastjahren in großen Mengen zu produzieren, sodass die tierischen Eichenfreunde aller Art die Menge nicht immer fressend bewältigen können, und was für die Vermehrung übrig bleibt.

In Amerika wurde diese „Auseinandersetzung“ zwischen zwei Arten, der Weißeiche und dem Grauen Eichhorn, einmal näher erforscht: Die Eiche sucht sich einen Vorteil zu verschaffen, indem ihre Eicheln sofort nach dem Verstecken vorkeimen. Das Eichhorn findet dann nahezu leere Früchte in der „Speisekammer“. Es hat jedoch im Laufe der Evolution gelernt, dieser Panne vorzubeugen - vor dem Vergraben nagt es den Embryo mit der Wurzelanlage heraus und sichert sich so seinen Wintervorrat!

Merken Sie, wie spannend biologische Vielfalt sein kann?

Übrigens:

Weitere Termine für interessante Veranstaltungen im märkischen Frühlingswald finden Sie hier:
www.treffpunktwald.de

Andere brandenburgische Tag-des-Waldes-Veranstaltungen 2010 sind:

  • 20.03.10: Walderleben & Öffentliches Backen anlässlich des Tag des Waldes im Arboretum Lüttgen Dreetz (OPR; Landesbetrieb Forst Brandenburg= LFB, Betriebsteil = BT Kyritz). Kontakt: Roland Protz, Tel. 033970-51986
  • 21.03.10 (15.00 Uhr): „Im Märchenwald“ – Tag-des-Waldes-Aktion am Märkischen Haus des Waldes (LDS; LFB, BT Wünsdorf) in Heidesee. Kontakt: Beate Radestock, Tel. 033763-64444
  • 23.03.10 (14:30 Uhr): Baumpflanzung anlässlich des Tages des Waldes im Arboretum in Königs Wusterhausen (LDS; LFB, BT Wünsdorf). Kontakt: Britta Herter, Tel. 033764-20539

Hier können Sie Näheres über die noch im Aufbau befindliche Blankenfelder Eichhörnchen-Erlebniswelt erfahren: www.mluv.brandenburg.de/cms/media.php/lbm1.a.4594.de/eichh_ew.pdf

Kontakt:
Klaus Radestock
Telefon: 033763 – 64444