Forstmuseen – eine Chance für die Waldpädagogik?

Ein im Zuge der Munitionsberäumung in Brandenburgs Wäldern aufgefundener Forststreifenpflug konnte kürzlich am Märkischen Haus des Waldes vor dem Verschrotten gerettet werden. Er wird künftig den Technik-Fundus des Forstmuseums i.A. Langengrassau bereichern.

Es gibt derzeit im Bundesland Brandenburg 5 forstmuseale Angebote

- Forstmuseum Fürstenberg
- Heidereiterei- und Forstmuseum in Dammendorf
- Waldzentrale / Kleines Forstmuseum in Alt Ruppin
- Waldmuseum Stendenitz
- Forstmuseum i.A. Langengrassau

sowie zahlreiche forsthistorische Sammlungen an waldpädagogischen märkischen Einrichtungen, wie

- Waldschulheim Hainholz: diverse Forstgeräte
- Grüner Lernort / Forstlehrgarten Kyritz: diverse Forstgeräte
- Grüner Lernort / Holzerlebniswelt Baruth: Harzungsfundus, Motorsägenfundus, Eisen-im-Holz-Fundus
- Waldschule Schwedt: diverse Forstgeräte
- Waldschule Weidmannsruh: diverse Forstgeräte
- Grüne Werkstatt Briesen: diverse Forstgeräte;

die Adressen dieser Einrichtungen findet man in www.luis.brandenburg.de/service/adressen/S7100078/default.aspx.

Auch unter den mehr als 40 in der „Naturlehrmittelbörse“ hier aufgeführten waldbezogenen Ausstellungen finden sich zahlreiche mit geschichtlichem Bezug.

Viele „Macher“ dieser forsthistorischen Sammlungen oder Präsentationen sind mit ihren Kollegen aus anderen Bundesländern oder dem Ausland vernetzt – die europäische waldpädagogische Adressübersicht hier weist z.B. derzeit 59 Wald- und Forstmuseen auf!
Diese geschichtlich interessierten Forstleute des Landesbetriebes Forst Brandenburg, Mitglieder der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und andere einschlägig interessierten Waldfreunde tauschen auf diesem Wege Wissen, Erfahrungen, Visionen und historisches Gerät aus, besprechen Profilierungen …

Was aber bringt das alles für die Waldpädagogik?

Zukunft braucht Herkunft - dieser Ausspruch des Philosophen Odo Marquard ist auch der Titel eines kürzlich erschienenen Buches des brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck.
Doch schon Johann Wolfgang von Goethe meinte bekanntlich, dass man den Kindern zwei Dinge mit auf den Weg geben soll: Wurzeln und Flügel. Alexander von Humboldt formulierte im gleichen Sinne: „Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft.

Sie alle fordern zu Recht, bei den Menschen die Fähigkeit zu langfristigem oder Denken in Generationen zu entwickeln, und geben uns zugleich treffende Umschreibungen des Nachhaltigkeitsbegriffs in die Hand:
achtsam rück-, sorgsam hin- und klug vorausschauend denken und handeln!

Es wird derzeit darüber diskutiert, die Waldpädagogik kurz und knapp als „waldbezogene Bildung für Nachhaltigkeit“ zu definieren, die den „nachhaltig handelnden Menschen“ zum Ziel hat.
Das aber ermutigt auch, künftig mehr als bisher über Möglichkeiten waldpädagogischer Angebote an Forstmuseen oder anhand forsthistorischen Sammlungen oder Präsentationen nachzudenken.
Denn: hier kann man - ganz wichtig besonders für junge Leute - die eigenen Wurzeln spüren und berühren …

Die Langengrassauer Initiatoren würden sich für ihr forstmuseales Projekt übrigens über Fundus-Zugänge aller Art freuen. Wer also noch von forsthistorisch-relevantem Material weiß und es für diese gute Sache spenden will, kann mit Projektleiter Olrik Pörtner unter Fon 035452-152 57 Kontakt aufnehmen.

Klaus Radestock,
Fon 033763-64444