„Wald bewegt“ – ein Thema der Waldpädagogik

„Wald bewegt“ – dieses Motto wurde vor nunmehr 5 Jahren von der bundesweiten Aktion „Treffpunkt Wald“ in Anlehnung an das damals von der UNO ausgerufene „Jahr des Sports“ proklamiert. Es hat seitdem nichts von seiner Aktualität verloren: Von dem gesetzlich garantierten Zugang zu unseren Wäldern wird im großem Umfang auch „sportlicher Gebrauch“ gemacht - selbstverständlich bei "freiem Eintritt“. Mit Fug und Recht wird „Wald bewegt“ deshalb auch als Favorit in der Palette waldpädagogischer Leitthemen diskutiert.

Denn: der Wald hat in Deutschland heute einen herausragenden Stellenwert für die Bewegung und sportliche Freizeitgestaltung“. Wandern, Orientierungslauf, Skilanglauf, Joggen, Nordic Walking, Radeln, Mountain Biking, Triatlon, Reiten, Klettern in baumbestandenen Hochseilgärten, Husky-Rennen, „Survival“ und andere „Abenteuer-Wald-Angebote“ … werden immer beliebter - jedenfalls bei gebildeten Erwachsenen und aktiven Familien. Passend zur aktuellen Fußball-Weltmeisterschaft 2010, aber nicht in Konkurrenz zu ihr, wird in der Waldschule Gadow (Landesbetrieb Forst Brandenburg) nunmehr gar zum „Wald-Fußball“ aufgerufen: Hier finden am 26. Juni 2010 die zweiten „Fußball-Wald-Weltmeisterschaften“ statt.

Ebenfalls aus dem Bundesland Brandenburg stammt folgende Nachricht: Eine der dortigen waldpädagogischen Einrichtungen, das im Süden Berlins an einem Natursportpark gelegene „Waldhaus Blankenfelde“, strebt eine landesweite Profilierung für das Thema „Wald-bewegt“ („Wald und Sport“, körperliche Ertüchtigung im Wald, „Trimm Dich“ …) an. Weil aber als Symbol des quirligen und damit „sportlichen“ Waldbewohners von jeher das Eichhörnchen gilt, welches von unseren Altvorderen nicht ohne Grund deshalb einst „Äffchen des deutschen Waldes“ genannt wurde, ist dies nur folgerichtig: die Verantwortlichen planen derzeit hier eine „Eichhörnchen-Erlebniswelt“.

Mit einem solchen „sportbetonten“ Waldparcours werden die Blankenfelder Waldpädagogik-Akteure nicht nur ihrer „Wald-bewegt-Profilierung“ ein unverwechselbares und europaweit einmaliges Gesicht geben. Sie wollen es ihren Besuchern (vor allem den Grundschülern) damit aber vor allem auch ermöglichen, auf diese Weise für einige Stunden selbst einmal in die Rolle dieser sympathisch-quicklebendigen und mit diesen Eigenschaften unzweifelhaft vorbildfähigen Tieres zu schlüpfen. Eine solche waldpädagogische „Eichhörnchen-Erfahrung“ tut heute besonders den Kindern Not, denn viele von ihnen schweben derzeit offenbar aufgrund von Bewegungsmangel in akuter Gefahr! Immer öfter schlagen nun die Ärzte Alarm und warnen: Der von Fernseher, Spielkonsole & Co. geprägte Nachwuchs speziell aus sozial schwachen und „bildungsfernen“ Familien ist im Durchschnitt viel zu dick. Solche jungen Leute werden zu fettleibigen Erwachsenen heran wachsen, die häufiger und früher als ihre Eltern oder Großeltern an Diabetes, Herzinfarkt, Fettleber, Gallensteinen, Krebs, Arthrose, Asthma und Schlafstörungen leiden werden. Nachgewiesen ist: auch immer mehr Wehrpflichtige verfügen über eine schlechte körperliche Fitness und müssen für untauglich erklärt werden, weil ihnen die Puste zum Rennen fehlt, sie keinen einzigen Klimmzug mehr zu Stande kriegen, bereits mit 20 unter starken Rückenschmerzen leiden ... Den Verantwortlichen bereitet diese Entwicklung große Sorgen. Vom menschlichen Leid einmal abgesehen stellt sich ihnen die Frage, wie unser ohnehin angeschlagenes Gesundheitssystem den voraussehbaren Ansturm unfitter kränklicher Dicker finanziell verkraften soll.

Hier kann „Doktor Wald“ helfen, denn wir alle wissen: Der Wald „kann“ nicht nur „Seelenklempner“ sondern auch „Körperpfleger“! Seine positiven Wirkungen sind uns in dieser Hinsicht bestens vertraut - mit der Möglichkeit für Körperertüchtigungen sowie Freizeit-Aktivitäten auf weichem Waldboden und unter den schattenspendenden Kronen der Waldbäume fördert er den Gleichgewichtssinn und schont die Gelenke, stärkt Herz, Kreislauf oder Muskeln und hilft gegen Diabetes, Übergewicht oder Infarkt. Staubfreie und durch ätherische Öle bakterienarme Luft mit würzigem Duft, angenehmes und von ausgeglichenen Temperaturen bestimmtes reizarmes Schonklima, das Fehlen lästiger Geräusche tun ein Übriges.Als „Natursanatorium“ mindert der Wald so eine große Zahl von gesundheitlichen Problemen, trägt zum Beispiel zur besseren Durchblutung von Lunge und Gehirn, Stärkung des Immunsystems, Senkung des Blutdrucks, Verbesserung der Blutzuckerwerte … bei.

Unser Tipp für den Sommer 2010 lautet also:
Wagen Sie mal wieder einen Gang in den Wald – er „bewegt“ Pfunde und Herzen!


Klaus Radestock, Fon 033763-64444