Osterhase in Sicht!
„Meister Lampe“ und das waldpädagogische Basteln

In der Waldpädagogik spielt die Methode „Basteln mit Waldmaterialien“ speziell für die Zielgruppen Vor- und Grundschüler von jeher eine große Rolle. Die Kinder können dabei zu einem jahreszeitlichen oder Tagesthema lehrreiche kleine Kunstwerke mit eigener Hand fertigen und das Ergebnis mit nach Hause nehmen. Es ist dann am Abend und in den nächsten Tagen Anlass, die Eltern, Großeltern, Geschwister, Freunde … mit der eigenen Begeisterung anzustecken. Hat das kleine Meisterwerk gar Gebrauchswert, wird es - oft noch monate- oder gar jahrelang im Kinderzimmer sorgsam aufbewahrt - seinen Besitzer an einen wunderschönen, spannenden sowie wissensreichen Wald-Tag erinnern! Solche Lern- und Begeisterungs-Effekte beabsichtigen deutsche Forstleute und ihre Partner natürlich auch alljährlich vor Ostern – derzeit etwa beim waldpädagogischen Osterbasteln.

Es geht - nicht nur beim diesem Basteln - vorösterlich natürlich auf jeden Fall (auch) um eines: den Hasen!
Warum eigentlich?

In der Folge 51 „Meister Lampe“ der brandenburgischen Schriftenreihe „Waldbote“ wird der Gedankenverbindung Hase - Ostern einmal nachgespürt. Hier heißt es dazu: „Der Hase, ein bekanntes Fruchtbarkeitssymbol, galt unseren Vorfahren einst als fackeltragender Begleiter der germanischen Licht- und Frühlingsgöttin Ostera, nach der dann im Gefolge der Christianisierung das Fest anlässlich der Auferstehung Jesu genannt wurde. Im frühen Mittelalter erscheint Christus in der Tiersymbolik des alten Byzanz auch als Hase; das dem Langohr unterstellte Schlafen mit offenen Augen brachte man in der Folgezeit ebenfalls mit dem Thema „Auferstehung“ in Verbindung.
Die Eier kamen zusätzlich mit ins Spiel, weil sie (wie auch erlegte Hasen) häufig als Osterzins, also Naturalabgabe an weltliche oder geistliche Herren, dienten. Von dem sich in der vorösterlichen Fastenzeit aufgestauten Eierüberschuss machten die Leute aber auch noch auf andere Weise Gebrauch: Die Eier wurden verziert, beim Oster-Gottesdienst geweiht und an die Kinder verschenkt. Als man dann nach der Reformation im 16. Jahrhundert eine neue, weltliche Erklärung suchte, die man den Kleinen für den plötzlichen bunten Eiersegen geben konnte, ward die Mär vom hoppelnden Eier-Erzeuger und -Boten geboren.Die „zoologische Sensation“ vom eierlegenden Osterhasen wurde dann erstmals in der Dissertation (!) eines Herrn Francus aus Heidelberg erwähnt. 1758 hat ein Förster im Elsass sogar ein amtliches Protokoll über einen eierlegenden Hasen gefertigt.“ Damit dürfte also feststehen: Osterhasen legen Eier, bemalen und verstecken sie für uns Menschen!

Warum der Hase jedoch - nicht nur an Ostern - verbreitet auch „Meister Lampe“ genannt wird, erfährt man bekanntlich nicht mal aus dem bekannten Kinderbuch „Die Hasenschule“. Hierzu gibt es zwei Deutungen:

Zum einen ist dies eine bekannte lyrische Bezeichnung für das Langohr im altdeutschen Sprachgebrauch und vielen Fabeln bzw. Märchen. Quelle dürfte hier das alte Tierepos „Reynke de vos“ sein - hier trugen die meisten Tiere männliche Vornamen, und der Hase hieß „Lamprecht“ - und abgekürzt eben „Lampe“.

Quelle Nummer zwei ist die Waidmannssprache – hier wird der helle Teil des Hasenschwanzes als „Lampe“ bezeichnet. Denn: Die „Blume“ (wie die Jäger den Stummel-Schwanz des Hasen nennen) ist auf der Oberseite fast schwarz, aber auf der Unterseite reinweiß. Hochgestellt ist dieser Schwanz dann ein deutlich sichtbares Signal für alle rückwärts mümmelnden Artgenossen – und wirkt wie eine Signallampe.

Solche „von-Hase-zu-Hase-Signale“ sind auch bitte nötig, denn wie reimte einst ein Herr von Wildungen über „Meister Lampe“ zu Recht:

Menschen, Hunde, Wölfe, Lüchse,
Katzen, Marder, Wiesel, Füchse,
Adler, Uhu, Raben, Krähen,
jeder Habicht, den wir sehen,
Elstern auch nicht zu vergessen
- alles, alles will ihn fressen!

Übrigens:

Näheres über „Meister Lampe“, den Hasen, finden Sie hier:
www.mugv.brandenburg.de/cms/media.php/lbm1.a.4594.de/wb_51.pdf


Weitere Termine für waldbezogenes Osterbasteln und weitere waldpädagogische Veranstaltungen im März 2010 erfahren Sie hier: www.treffpunktwald.de

Wissenswertes zur brandenburgischen Waldpädagogik erfahren Sie hier:
www.waldpaedagogik.info