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Eine Schulallee im Wald
… auch im Sinne der biologischen Vielfalt!

Forstrevier Pritzerbe - Es gibt in den brandenburgischen Forsten derzeit 12 Schulwälder, aber nur eine Schulallee – und die wird jetzt am 30.03.10 erweitert!

Schulwälder sind mit diversen Naturlehrmitteln ausgestattete, forstfachlich betreute schulnahe Waldgebiete, in denen Kinder und Jugendliche den Wald als „grünes Klassenzimmer“ spielerisch erleben, praktisch bearbeiten oder erforschen. So ein Schulwald kann ausnahmsweise auch mal in Alleeform angelegt sein …

Die Pflanzung der Schulallee bei Pritzerbe (Bundesland Brandenburg; Naturpark Westhavelland) ist ein langfristiges Kooperationsprojekt zwischen der Grundschule Pritzerbe und der Landesforstverwaltung. Es wird seit 1998 durchgeführt, und ist nun seit einem Jahr in Regie des Landesbetriebes Forst Brandenburg. Wesentlicher Bestandteil ist die jährliche Pflanzung von rund 20 Bäumen entlang geeigneter Wegeabschnitte in der Pritzerber Heide durch Schüler der 6. Klasse.

Die Kernbotschaft der Aktion lautet: Das Einbringen von Laubholz in Nadelwaldbestände ist ein wichtiger Beitrag zur Erhöhung der biologischen Vielfalt! Daneben dient speziell das Pflanzen „mast-tragender“ Bäume der Ernährung des Schalenwildes sowie der Etablierung eines besonderen waldästhetischen Landschaftselements, das sehr langlebig ist: der Allee.

Sehr wichtig ist natürlich auch die pädagogische Wirkung: Mit dem Jugendwaldeinsatz soll bei den Kindern neben dem Naturverständnis und Nachhaltigkeits-Gedanken, dem „Wir-Gefühl“ beim gemeinsamen Agieren … auch die Heimatverbindung initiiert und verstärkt werden.
Denn: Wenn die jungen „Baumpflanzer“ dereinst mit ihren eigenen Kindern oder noch viel später vielleicht mit den Enkeln in “ihre“ Schulallee kommen, werden sie - unter den dann riesenhaften Bäumen stehend - mit Stolz sagen können: Das habe ich getan – das ist mein unverwechselbarer liebenswerter Ort! Und sie werden ihre Freude am „“Gutes-tun-durch-Bäumepflanzen“ für Menschen, die nach ihnen kommen, hoffentlich weitergeben …

Ursprünglich wurden in der Schulallee unterschiedliche Laubbaumarten gepflanzt. Wegen der naturalen Voraussetzungen haben sich die Verantwortlichen vor einiger Zeit dazu entschlossen, die relativ anspruchslose, aber schnellwüchsige und optisch ansprechende Roteiche (Quercus rubra) zu verwenden. Diese aus Nordamerika stammende Baumart wird heute in weiten Teilen Europas genutzt – in Städten, Parks, Alleen, aber auch forstwirtschaftlich. Mittels „Eichelhäher-Saat“ breitet sie sich derzeit auch von selbst immer weiter aus.

Die Roteiche ist heute nicht unumstritten, denn: Sie zählt zu den durchsetzungsstarken fremden Pflanzenarten (Neophyten), deren Einbringung in den Wald aus ökologischen Gründen nicht bedenkenlos und großflächig vorgenommen werden sollte. In der Schulallee aber „passt es“!

Übrigens:

Wissenswertes über Brandenburgs Schulwälder (und auch die Schulallee) erfahren Sie hier:
www.luis.brandenburg.de/service/adressen/S7100079/default.aspx?WP=SW

Näheres über die Roteiche erfahren Sie u.a. hier: www.stihl.de/isapi/default.asp?contenturl=/isapi/knowhow/lexika/baumlexikon/baum.asp%3Fbaumnr%3D94

Hier können Sie etwas zum Thema „Eichelhäher-Saat“ lesen: http://www.mugv.brandenburg.de/cms/media.php/lbm1.a.4594.de/wb_34.pdf


Weitere Termine für waldpädagogische Veranstaltungen im Frühling 2010 finden Sie hier:
www.treffpunktwald.de