15 Jahre „Projektkoordinatorin Waldpädagogik“ des brandenburgischen Bildungswesens

B. HerterZu Beginn des „Waldjahres 2011“ jährt sich zu 15. Mal die Begründung einer Institution, die als „Erfolgsprodukt“ brandenburgischer waldbezogener Umweltbildung gelten kann: Seit 1996 gibt es im Märkischen eine „Projektkoordinatorin Waldpädagogik“ des Bildungswesens. Sie heißt Britta Herter und ist Lehrerin für Biologie und Chemie an der Johann-Gottfried-Herder-Oberschule Königs Wusterhausen / Landkreis Dahme-Spreewald.

Unverzichtbare Kooperation zwischen Lehrern und Förstern

Die enge Zusammenarbeit zwischen Forstwirtschaft und Bildungswesen ist für das junge forstliche Arbeitsgebiet Waldpädagogik unverzichtbar, denn:
Schüler sind die Kernzielgruppe waldbezogener Umweltbildung, Lehrer die wichtigsten Partner waldpädagogisch tätiger Förster ...

Es war deshalb nur folgerichtig, dass eine engagierte Lehrerin wie Britta Herter im Januar 1996, also bereits kurz nach der Begründung der Waldpädagogik als „forstliche Dienstaufgabe“, als „Projektkoordinatorin Waldpädagogik“ des brandenburgischen Bildungswesens mit einigen Wochenstunden am Märkischen Haus des Waldes tätig wurde. Seitdem bildet sie hier mit Forstmeister Klaus Radestock (auch) ein erfolgreiches Lehrer-Förster-Tandem.

In ihren Aufgaben setzt sich Frau Herter modellhaft-regional und auch auf Landesebene sehr erfolgreich für die Zusammenarbeit zwischen Lehrern und Förstern sowie die Entwicklung des partnerschaftlichen Konzepts „Wald macht Schule“ ein und wird dabei nach beiden Seiten beratend tätig.

Britta Herter vermag sachkundig zu reden und zu handeln, weil sie selbst seit langem „praktizierende Waldpädagogin“ ist: Als Vorsitzende des im Südosten Berlins tätigen Regionalverbands Dubrow e.V. der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) hat sie sich insbesondere durch den Aufbau und die Betreuung der Waldjugendgruppe „Die Waldies“ sowie des Königs Wusterhausener Arboretums große Verdienste erworben.
Sie trägt mit ihrer Arbeit vorbildlich und auf unser ganzes Bundesland ausstrahlend dazu bei, jungen Menschen waldbezogenen Bildung für Nachhaltigkeit angedeihen zu lassen.
Derzeit widmet sie sich u.a. dem Aufbau einer Walderlebniswelt zum Thema „Biene“ – wiederum Pionierarbeit!

Es kann eingeschätzt werden: Diese engagierte Pädagogin hat großen Anteil daran, dass seit 1998 im Jahresdurchschnitt 170.000 Menschen anlässlich von 7.000 brandenburgischen waldpädagogischen Veranstaltungen in guter Qualität und Quantität betreut werden können.

Was tut eine „Projektkoordinatorin Waldpädagogik“?

Die „Projektkoordinatorin Waldpädagogik“ des brandenburgischen Bildungswesen widmet sich u.a. folgenden Arbeitsschwerpunkten:

  • Pädagogische Beratung in der Entwicklung, Beratung, Durchführung und Beurteilung von BNE-tauglichen Waldpädagogik (WP)-Konzepten, insbesondere für
    • schülerrelevante WP-Einrichtungen wie Jugendwald- und Waldschulheime (Ableitung von Erfahrungen für Jugendwaldeinsätze), Waldschulen, forstliche Schüler-AGs, forstliche Ganztagsschulbetreuungen ...,
    • schülerrelevante WP-Aktivitäten wie Waldjugendspiele (Beratung zur Waldjugendspiele-Woche und modellhafte Durchführung am Arboretum), Waldrallyes ...,
    • Verbesserung von Modellkonzepten zu Waldprojekttagen am Beispiel Klasse 7 zu „Lebensraum Wald“ und Klasse 9 zu „Ökologie des Waldes“,
    • die WP-Zielgruppen Schüler der Sekundarstufen I und II (Erarbeitung von Arbeitsblättern), Lehrer (WP-Lehrerseminare nach Bedarf),
    • Walderlebniswelten, insbesondere am Muster der Hirschkäfererlebniswelt, Bienenerlebniswelt, Fuchserlebniswelt, Dr. Wald-Erlebniswelt, Jagderlebniswelt, Holzerlebniswelt ... und
    • die Beratung des Rahmenlehrplanbezugs waldpädagogischer Konzepte.
  • Kooperation/Vernetzung zwischen forstlicher Umweltbildung und Bildungswesen, insbesondere zwischen
    • forstlicher Umweltbildung und Landesinstitut für Schule und Medien (LiSuM) (Gespräche mit den Verantwortlichen für den Berlin-Brandenburgischen Bildungsserver zur Waldpädagogikplattform http://bildungsserver.berlin-brandenburg.de/waldpaedagogik.html ...),
    • forstlicher Umweltbildung und den staatlichen 6 Schulämtern (z.B. mit den Beratern für Ökologische Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit) und
    • forstlicher Umweltbildung und ausgewählten Schulen/Lehrern (modellhafte Veranstaltungen, Muster-Vereinbarungen ...).
  • Pädagogische Beratung zur Anleitung und Durchführung der waldpädagogisch relevanten Aus- und Weiterbildung insbesondere bei
    • WP-Spezialistenseminare (Beratung und Teilnahme an ausgewählten Fortbildungsveranstaltungen),
    • WP-FÖJ-Seminaren (ausgewählte Themen),
    • WP-Hospitationen/Konsultationen (in und von Einrichtungen/Aktivitäten forstlicher Umweltbildung) oder
    • Diplom-, Praktikums- und Abschlussarbeiten zur WP (Beratung ausgewählter Themen).
  • Mitwirkung an der Öffentlichkeitsarbeit zur Waldpädagogik, wenn das der gemeinsamen Imagepflege von Forstwirtschaft und Bildungswesen dienlich ist, insbesondere mit
    • Aktionen/Veranstaltungen,
    • Publikationen wie Ausstellungen, Faltblättern, PP-Vorträgen,
    • Pressebeiträgen und
    • WP-Beiträgen in Fach-Zeitschriften.
  • Mitwirkung an der Ausarbeitung von schülerrelevanten Naturlehrmitteln (waldpädagogischen Lehr- und Lernmitteln), insbesondere des aktuellen Naturlehrmittelkatalogs; hier ist u.a. eine Ausweitung bei Zielgruppen, Methoden und Themen vorgesehen.

Zur Arbeitsorganisation der Waldpädagogik-Projektkoordinatorin

Die zur Verfügung stehenden Wochenstunden werden durch die „Projektkoordinatorin Waldpädagogik“ auf folgende Weise genutzt:

  • Jeweils donnerstags:
  • Sprechtag 8 – 14 Uhr unter Fon 033763- 64444
  • wöchentliche Dienstberatung 9.00 Uhr zu Fragen der Waldpädagogik im Gräbendorfer Haus des Waldes als landesprofilierte Einrichtung u.a. für die Kooperation mit dem Bildungswesen
  • Beratung zu pädagogischen Fragen z.B. altersgerechter und rahmenplanbezogener Waldschularbeit, Lehr- und Lernmitteln ...
  • Teilnahme an Waldpädagogik -Konsultationen/Hospitationen im Haus des Waldes (bei Bedarf pädagogische Beratung)
  • Beratung bildungsrelevanter Waldpädagogik-Projekte
  • Teilnahme an Spezialisten-Seminaren, Informationsveranstaltungen und Schulungen zur Waldpädagogik
  • Beratung von Diplomanden der Waldpädagogik
  • Jeweils freitags:
  • bildungsrelevante Waldpädagogik-Hospitationen im Land Brandenburg
  • Kooperationsgespräche an brandenburgischen Schulämtern/Schulen und waldpädagogischen Einrichtungen
  • Bearbeitung diverser waldpädagogik-relevanter Modell-Projekte

Kontakte:

Britta Herter, Fon 0173-6578149 oder eMail mub_herter@t-online.de
Klaus Radestock, Fon 033763-64444 oder eMail klaus.radestock@affwu.brandenburg.de