"Waldpädagogik für Knirpse"

KnirpseDie schweizerische Stiftung SILVIVA lädt für den 30. Oktober 2010 zu einer in deutscher und französischer Sprache gehaltenen Tagung "Spielgruppe und Krippe im Wald" in das "Bildungszentrum Wald" nach Lyss ein. Mit Waldspielgruppenleitern und Waldkindergärtnern sowie allen, die es werden oder sich dazu austauschen wollen, wird hier u.a. darüber beraten, wie "Waldspielgruppen" oder "Waldkrippen" aufgebaut werden können.

Es werden bei dieser Sylviva-Fachtagung durch ihre Gründer zwei erfolgreiche Ansätze der waldpädagogischen Arbeit mit unseren Jüngsten vorgestellt. Die Teilnehmer können sich über ihre eigenen Projekte, Erfolge, Probleme und Lösungen austauschen.

Ein Teil des Tages ist für die generelle Beratung von Aktivitäten der naturbezogenen Umweltbildung im Vorschulalter reserviert.

"Waldpädagogik für Knirpse" ist wichtig!

Gemäß der alten Volksweisheit "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr" hatte die Waldpädagogik für und mit Kindergarten- bzw. Vorschulkindern schon immer einen hohen Stellenwert. Denn: im Kleinkindalter kann der Grundstein für ein späteres "naturfreundliches" Handeln mit wenig Aufwand gelegt, "Waldgesinnung" noch relativ leicht erzeugt und per "Staunen über die Wunderwelt des Waldes" gut erreicht werden. In dieser Lebensphase ist es wesentlich einfacher als etwa später im "Trotzalter" oder gar in der Pubertät, sinnvolle Verhaltensweisen zu be-greifen, weil das entsprechende Fehlverhalten oft noch gar nicht vorhanden ist und daher nicht mühevoll verändert werden muss.

Besonders wenn die Kinder keine oder nur wenige Impulse aus ihren Elternhäusern erhalten, kann waldbezogene Umweltbildung hier nicht nur die Initiierung eines verantwortungsvollen Lebensstils mit der (und nicht gegen die) Natur bedeuten. Sie vermag dann darüber hinaus generell der Wertebildung und besonders einer Prägung von wertvollen "Wir-Tugenden" zu dienen – dies ist wichtig, um der oft beklagten dreifachen Entfremdung der Menschen (vom "ich", vom "wir" und von "Mutter Erde") entgegen zu treten.

Gute Beispiele gibt es schon!

  • In den einst in Skandinavien erdachten Waldkindergärten werden Kinder im Alter zwischen drei (selten schon ab zwei) und sechs Jahren in der freien Natur betreut. Der erste Wald- und Naturkindergarten im deutschen Sprachraum entstand 1968 in Wiesbaden. Heute dürften es in Europa zwischen 600 und 1000 derartiger "Kindergärten ohne Dach und Wände" geben.
  • Forstliche Waldkindergartenbetreuungen sind waldpädagogische Angebote, bei denen fünf- oder sechsjährige Vorschulkinder an Kindergärten oder Kitas periodisch forstfachlich angeleitet werden – einige Beispiele aus dem deutschen Bundesland Brandenburg finden Sie hier.

Übrigens:
Unter Punkt 2.4. hier können Sie zahlreiche Naturlehrmittel-Tipps in Sachen "Waldpädagogik für Knirpse" erhalten.